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1976 bis 1985 Sonderthema : Gebäude der Feuerwehr

Die Unterkünfte der Feuerwehr Landstuhl: Ständiges Wachstum bedingt durch neue Anforderungen

Über einen Platzmangel konnten sich die Gründungsmitglieder 1869 gewiss noch nicht beschweren. Durch das ständige Wachstum der Bandbreite eines modernen Feuerwehrspektrums stehen nicht nur die Fahrzeuge im Fokus der Modernisierung,sondern auch die Gebäude an sich.Mussten zur Gründung lediglich die wenigen Leitern im Pfarrhof untergebracht werden, wurde der Platzmangel durch die Anschaffung weiterer Gerätschaften deutlich. Der Neubau der Fruchthalle 1870, der Ausbau des Spritzenhauses zu Übungszwecken sowie der Bau eines Trockenturms für das Aufhängen der Schläuche wenige Jahre später, diente die folgenden 85 Jahre als Domizil. Erst 1954 wurde eine Verlegung des Gerätehausesbeschlossen und zugleich der Abbruch der Fruchthalle. Die neue Unterbringung für Geräte und Fahrzeuge im Rückgebäude des Notariats in der Fabrikstraße (ehemals Villa Emily) war jedoch aufgrund der Baufälligkeit des Anwesens keine dauerhafte Lösung. Mit dem erneuten Umzug vier Jahre später in die ehemalige Postomnibushalle in der Von-Richthofen-Straße wurde nun erstmals auch ein Lehr- und Gemeinschaftsraum eingerichtet. Jedoch war auch hier die Baufälligkeit ausschlaggebend für den Beschluss eines Neubaus  1971, der bis heute als Übungsstätte dient. Die zwischenzeitliche Platznot bis zur Fertigstellung 1973 der neuen Halle erforderte sogar die kurios anmutende Auslagerung von Fahrzeugen nach Weilerbach sowie die Unterbringung dieser im Freien. Die beständige Erweiterung des Equipments stellte auch hier die Mannschaft 15 Jahre später vor die bekannten Platzprobleme. Der Anbau einer Wasch und Pflegehalle, die Vergrößerung der Fahrzeughalle sowie der Umkleide- und Schulungsräume wurden Anfang der 90er Jahre fertiggestellt. Bedingt durch die zeitgemäßen Anforderungen an eine Schwarz-Weiß-Trennung, ermöglicht der kürzlich fertiggestellte Anbau der Atemschutzgerätewerkstatt mit modernsten PC-gesteuerten Prüfgeräten sowie neuem Mobiliar eine strikteren Trennung zwischen kontaminierten und einsatzbereiten Gerätschaften.

Gebäude der Feuerwehr


1976-1985: Großbrände und schwere Verkehrsunfälle – Ein Jahrzehnt der Herausforderungen

Zahlreiche Großbrände und Verkehrsunfälle prägten dieses Jahrzehnt. Der tragische Autounfall 1979 auf der L470 bei Landstuhl, bei dem gleich sechs junge Menschen ihr Leben verloren und Familien zurückließen, blieb den Feuerwehrmännern besonders in Erinnerung.

 

17.11.1981:
„Zu den Neuwahlen des Wehrführers ließen sich 3 Kandidaten vorschlagen: Fromkorth Lothar, OBM erhielt 5 Stimmen. Altherr Erich, 0BM erhielt 9 Stimmen. Pletsch Thomas, HFM erhielt 27 Stimmen. Somit war Thomas Pletsch neuer Wehrführer.“

20.5. -23.5.1982:
„Die 5. Int. Feuerwehrsternfahrt, organisiert vom Kreisfeuerwehrverband, wird in Landstuhl durchgeführt,1000 Teilnehmer.“

Jahresbericht 1982:

Von Brandschutz über technische Hilfe bis Chemie und Strahlenschutz,
715 Einsätze, davon 46 Brände, 79 technische Hilfeleistungen, 70 Öleinsätze,               9 Wassernotstände, 25 Brandsicherheitswachen, 2 sonstige Einsätze,4 Fehlalarme.

18.1.1983:
„Was die Feuerwehr so erlebt!
Stiller Alarm und Sirenenalarm für die Feuerwehr Landstuhl.
Meldung: Brand im 70. Obergeschoß eines Hochhauses, Flammen schlagen bereits aus dem Fenster. Anfahrt zur Feuerwache, umziehen, 17:16 Uhr der Löschzug rückt aus. Anfahrt durch die verstopfte Innenstadt Berufsverkehr. Am Einsatzort eingetroffen 17:23 Uhr, Polizeibeamte kommen entgegen, sagen: „Das war ein kalter,hier ist nichts.“ Die Polizeistreife fährt ab, die Feuerwehr will auch abrücken. Da kommt eine Frau gestikulierend: „Ich habe das Feuer gemeldet, die Flammen haben da oben aus dem Fenstergeschlagen,jetzt ist nichts mehr zu sehen.“ Die Feuerwehr bleibt in Bereitschaft,man erkundet mit dem Hausmeister Ergebnis:
Ein amerikanischer Bewohner hat auf seinem Balkon gegrillt. Er goß etwas
Spiritus in die Glut-Stichflammen und Qualm, der Wind tat seinen Anteil dazu. Aus 30 Metern Tiefe konnte man meinen, da brennts. Somit Ursache geklärt.
Dem verwunderten Amerikaner schmeckt sein leicht angebranntes Steak trotzdem.Rückmeldung an Polizei und Feuerwehrzentrale, die Feuerwehr rückt ab. Ein unnötiger Einsatz? Nein ! Bei der Feuerwehr gilt das Motto: Besser einmal umsonst, als einmal zu spät!“

August 1983:
„Landstuhls Feuerwehr zu Besuch in Dänemark —Skanderborger Kameraden bieten Gastfreundschaft.“

Jahresberich 1983:

„Die Feuerwehrmänner werden immer mehr zu „technischen Nothelfern‘
762 Einsätze, davon 56 Brände, 8 technische Hilfeleistun gen, 15 Öleinsätze,            27 Wassernotstände, 22 sonstige Einsätze, 25 Brandsicherheits Wachen, 9 Fehlalarme.“

16.9.84:
115-jähriges ]ubiläum der Wehr, Tag der offenen Tür  Schlachtfest,
Luftballonwettbewerb, die Hilfsorganisationen
(Polizei, BVS, DRK, THW, Feuerwehr) stellen sich vor.“

Jahresbericht 1984:
„2400 Einsatzstunden bei 157 Einsätzen, davon 56 Brände, 70 technische Hilfeleistungen, 79 Chemie- und Öleinsätze, 24 Wassernotstände, 74 sonstige Einsätze, 25 Brandsicherheitswachen, 9 Fehlalarme.“

30.6.1986:
Redaktionsschluß Festschrift Standartweihe.

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